Normen und Richtlinien

Es gibt unzählige Normen und Richtlinien – doch welche davon sind für die Technische Dokumentation wichtig?

Unter anderem die EU gibt Richtlinien vor. Diese Richtlinien müssen dann von den Ländern in eigene Gesetze umgesetzt werden. So wurden beispielsweise die Forderungen aus der EU-Maschinenrichtlinie (EG-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG) im Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) in Deutschland umgesetzt.

Normen sollen vereinheitlichen und Standards schaffen – für Produkte, Verfahren, Dienstleistungen und Benennungen. Normen spiegeln den Stand der Technik wider, sie haben jedoch keinen gesetzgeberischen Charakter. Die wichtigste Norm für die Technische Dokumentation ist die DIN EN 82079-1, die vom Deutschen Institut für Normung (DIN) im Jahr 2013 herausgegeben wurde. In der Norm ist beschrieben, was es bei der „Erstellung von Gebrauchsanleitungen“ zu beachten gilt. Wichtige Aspekte der DIN EN 82079-1 sind die Strukturierung der Informationen sowie die Aufbereitung und Darstellung des Inhalts. Eine weitere für die Technische Dokumentation wichtige Norm ist die ANSI Z535.6, die die Erstellung und Darstellung von Warn- und Sicherheitshinweisen regelt.

Darüber hinaus gibt es Produktnormen, wie z. B. die IEC 60601-1-6 für medizinisch-elektrische Geräte, in denen sich auch Hinweise finden, die für die Technische Dokumentation relevant sind.

Technische Redakteure kennen sowohl die DIN EN 82079-1 als auch die ANSI Z535.6 aus dem Effeff. Dahingegen müssen sie die Produktnormen, die für einen Auftrag relevant sind, jedes Mal von Neuem in Erfahrung bringen.

Auch bei der Übersetzung spielen Normen eine Rolle. Besonders wichtig ist die DIN EN ISO 17100. Sie beschreibt wichtige Aspekte des Übersetzungsprozesses, erwähnt den Einsatz von Übersetzungstechnologien und Übersetzungstools, definiert aber auch, welche Qualifikation Übersetzer haben müssen.