Im Folgenden haben die Dozenten die Seminarthemen für Sie kurz zusammengefasst:
A1 - Dipl.-Ing. Ralf Bögel, Rugen Consulting, und Volker Wodaege, ZINDEL AG
Auswirkungen der neuen Maschinenrichtlinie und Risikobeurteilungen auf die Technische Dokumentation
Ab dem 29.12.2009 ist die neue Maschinenrichtlinie 2006/42/EG anzuwenden. Die EN ISO 14121-1:2007 zur Risikobeurteilung wurde am 24.06.2008 im Amtsblatt der EU veröffentlicht und gilt damit als harmonisiert. Ihre Anwendung ist seitdem für die CE-Kennzeichnung erforderlich. Müssen Sie jetzt Ihre Vorlage für die Betriebsanleitung grundlegend ändern? Ist die Gefahrenanalyse nur in Risikobeurteilung umzubenennen oder müssen Sie Ihre Vorgehensweise bei der Durchführung komplett überdenken?
In diesem Vortrag bekommen Sie die Antwort auf diese Fragen. Sie erhalten eine Zusammenfassung über die notwendigen Änderungen. Angesprochen werden unter anderem Themen wie „unvollständige Maschine“, Einbauerklärung, Montageanleitung, bevollmächtigte Person für technische Unterlagen („Dokumentations-Beauftragter“), der praxisgerechte Übergang zur neuen Maschinenrichtlinie, Grenzen der Maschine, Gefährdungen und Risikobewertung.
Beginnen Sie jetzt mit der Umstellung, denn die Anwendung der neuen Maschinenrichtlinie erfolgt ohne Übergangsfrist und die neue Norm zur Risikobeurteilung ist bereits jetzt anzuwenden.
A2 – RA Jens-Uwe Heuer, Herfurth & Partner
Aktuelle Rechtslage in der Technischen Dokumentation
Der Vortrag vermittelt einen Überblick über die Entwicklungen im Vertrags- und Haftungsrecht, die für die Technische Dokumentation von Bedeutung sind. Interessant ist dabei die Tendenz, Technische Dokumentation nicht nur als potenzielles Haftungsrisiko zu sehen, sondern auch aktiv zur Reduzierung des Haftungsrisikos – etwa durch Beschreibung des Nutzerkreises – einzusetzen. Darüber hinaus wird eine kurze Beschreibung über die Entwicklung des Produktsicherheitsrechts den Vortrag vervollständigen. Als besonderes Thema stellen wir die Risiken der persönlichen Inanspruchnahme der Verantwortlichen für die technische Dokumentation dar.
A3 – Dr. rer. nat. Benedikt Hendan, TÜV SÜD Product Service
Betriebsanleitungen für den europäischen und den US-amerikanischen Markt
Wie groß ist der Unterschied zwischen Anleitungen für den europäischen und den US-amerikanischen Markt wirklich? Sind US-amerikanische Anwender so anders als Europäer oder ist es die Angst vor dem US-amerikanischen Produkthaftungsrecht, die den Technischen Redakteur unsicher macht? Immerhin sind in 44 Prozent aller Produkthaftungsfälle unzureichende oder fehlerhafte Warnhinweise die Ursache (Quelle: Randall L. Goodden, Product Liability Prevention).
Zunächst einmal: Ein sicheres Produkt und eine gute Anleitung verhindern Unfälle und damit das Eintreten eines Produkthaftungsfalls. Eine schlechte Anleitung, und sei sie noch so gespickt mit Warnhinweise nach ANSI Z535.6, tut dies nicht. Im Gegenteil, so gibt zum Beispiel die US Consumer Product Safety Commission Empfehlungen, um „overwarning“ zu vermeiden.
Entscheidend für anwenderfreundliche und sichere Anleitungen, sei es für Europa oder die USA, ist in jedem Fall, dass der technische Redakteur sein Handwerk beherrscht. Was dabei zum Handwerkszeug (Zielgruppenanalyse, Übersetzungsmanagement, ...) gehört, welche organisatorischen Maßnahmen (Normenrecherche, Risikobeurteilung, ...) sinnvoll sind, soll in diesem Vortrag diskutiert werden.
A4 – Dipl.-Ing. Klaus Vossen, Corel GmbH
Visuelle technische Kommunikation mit Corel DESIGNER Technical Suite X4
Mit Corel DESIGNER Technical Suite X4 hat der Hersteller von CorelDRAW eine neue Version der speziell für Technische Illustration entwickelten Grafiksoftware herausgebracht. Der Vortrag gibt Einblicke in die speziellen Problemstellungen der visuellen Technischen Kommunikation und in deren Lösungsmöglichkeiten mit einer Illustrationssoftware.
Besonders behandelt werden folgende Themen:
- Problem- und Aufgabenstellungen, die in dieser Kombination die Technische Illustration auszeichnen – Lösungsansätze:
- Nutzung von CAD-Daten
- Nutzung von Altdaten (Papier)
- Zusammenarbeit mit Kunden, Entwicklungsabteilungen
- Spezialisierte Werkzeuge zur Technischen Illustration:
- Projiziertes Zeichnen (isometrische Illustration)
- Beschriftung und Bemaßung für die Technische Dokumentation
- Interaktive Technische Illustrationen („IETM“s, Hotspots)
- Integration und effiziente Nutzung von 3D-CAD in der Technischen Illustration
- Aufbereitung von Digitalfotos für die Technische Dokumentation
- Aktuelle Anforderungen in der Technischen Dokumentation – Chancen für die Technische Illustration:
- Verkürzte Produktentwicklungszyklen und späte Produkt-Design-Änderungen
- Mehrsprachige und kulturübergreifende Dokumentationen
- Einsatz von technischen Redaktionssystemen in Kombination mit Grafik versus Text
B1 – Prof. Dr. Jörg Hennig, Universität Hamburg
Fachsprachen – Notwendiges Verständigungsmittel unter Fachleuten oder Verstehensbarriere für Laien?
In dem Vortrag soll es um die Leistung von Fachsprachen, aber auch um Fachsprachen als Kommunikationsbarrieren gehen.
Fachsprachen sind unerlässlich, um eine möglichst rasche und vor allem eindeutige Kommunikation zwischen Fachleuten zu ermöglichen. Voraussetzung ist, dass alle an der Kommunikation Beteiligten über die nötigen Voraussetzungen verfügen, also vor allem die Bedeutung der Fachwörter und -ausdrücke kennen. Sofern einer der an einer solchen Kommunikation Beteiligten „Laie“ ist – und also über diese Voraussetzungen nicht verfügt – wird die Verwendung von Fachsprache zur Kommunikationsbarriere.
Anhand von exemplarischen „Erklärungsmustern“ soll gezeigt werden, was geschehen muss, wenn Fachleute über fachliche Inhalte mit Laien kommunizieren.
B2 – Dipl.-Ing. Thomas Stein, ASN Aviation Service Network GmbH
Simplified English – Eindeutige Ausdrucksweise in der Technischen Dokumentation
Technische Redakteure nutzen nicht nur ihr Fachwissen, um korrekte Dokumentationen zu schreiben, sie benötigen auch ein bestimmtes Vokabular, das Mehrdeutigkeiten sicher ausschließt.
Wenn aus blumigen Beschreibungen klare, für den Wartungstechniker verständliche Anweisungen werden, dann hat der Technische Redakteur perfekte Arbeit geleistet. Dabei hilft ihm das Wörterbuch einer ganz speziellen Sprache, die in der Luftfahrt- und Militärindustrie bereits in vielen Fällen vorgeschrieben ist: ASD-STE 100 Simplified Technical English.
Dieses „vereinfachte Englisch“ wurde in den 80er-Jahren entwickelt und basiert auf 61 eigenen Regeln. Erlaubte oder verbotene Wörter sowie eine spezielle Syntax erleichtern das Lesen und fördern die Eindeutigkeit der übersetzten Anleitungen. So können Fehlinterpretationen vermieden werden, die Qualität der Wartungsdokumente bleibt gesichert.
„Simplified English“ ist kein reduzierter Grundwortschatz der englischen Sprache, wie häufig angenommen wird. Es ist ein eigener Standard, eine Norm, die – vom Schreiber wie vom Leser gründlich gelernt und angewendet – die internationale technische Kommunikation entscheidend verbessert. Außer in der Luftfahrt setzt sich „Simplified English“ mittlerweile auch in anderen Fachbereichen der Industrie durch. Vom Maschinenbau bis zur Elektrotechnik profitieren Firmen von der kontrollierten Sprache, die ihre Wartungsvorschriften vereinfacht.
B3 – Oliver Collmann, acrolinx GmbH
Erfolgsfaktor konsistente Terminologie – Autorenunterstützung mit linguistischer Intelligenz
Terminologie- und Sprachkonsistenz wird zu einer unternehmensweiten Aufgabe von großer Bedeutung. Die Technische Dokumentation sollte hierbei eine führende und initiative Rolle spielen. Sprachliche Kompetenz, Prozesswissen sowie geeignete Tools zur Autorenunterstützung sind die Erfolgsfaktoren für die bereichsübergreifende Einführung konsistenter Terminologie und Sprache. Durch eine Fallstudie wird der Prozess der Einführung und der Einbindung der Anwender aus verschiedenen Unternehmensbereichen verdeutlicht.
B4 – Christian Weih, Across Systems GmbH
Qualitätssicherung bei Übersetzungsprozessen
Dass die Produkt- und Unternehmenskommunikation auch in den Fremdsprachen-Fassungen hohen Qualitätsanforderungen genügt, ist nicht nur Voraussetzung für vertrieblichen Erfolg, sondern auch in rechtlicher Hinsicht zwingend erforderlich.
Die Qualitätssicherung von Übersetzungen ist vielschichtig und begleitet idealer weise den gesamten Prozess. Bereits bei der Quelltext-Erstellung wird durch die konsistente Formulierung des Ausgangstextes die Grundlage für fehlerfreie Übersetzungen gelegt. Bei der Steuerung des Übersetzungs-Workflows gewährleisten dezidierte Korrektur-/Freigabe-Schritte eine systematische Verifizierung des Zieltextes. Redakteure, Übersetzer und Korrektoren werden dabei durch automatisierte Qualitätssicherungsroutinen unterstützt.
Unter Berücksichtigung von Kosten-/Nutzen-Aspekten zeigt Christian Weih am Beispiel des Across Language Servers, wie die systemgestützte Qualitätssicherung von Übersetzungen gewinnbringend eingesetzt und zentral gesteuert werden kann.
Den Flyer mit dem genauen Ablaufplan sowie ein Anmeldeformular für Ihre schriftliche Zusage – bitte per Fax – haben wir für Sie als PDF-Dateien zum herunterladen aufbereitet.
Flyer (Pdf, 125KB)
Anmeldeformular (Pdf, 62KB)


